Mit dem Austausch einer Heizungsanlage fallen Entscheidungen, die den Energieverbrauch und die laufenden Heizkosten über viele Jahre prägen. Während früher überwiegend Öl- oder Gasheizungen eingebaut wurden, rücken inzwischen Wärmepumpen stärker in den Fokus. Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, hängt jedoch nicht von der Heiztechnik allein ab. Bauweise, Dämmung und Heizflächen verändern den Wärmebedarf eines Gebäudes und damit auch die Anforderungen an das Heizsystem.
Kurzfassung
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Gebäudeeigenschaften beeinflussen den Wärmebedarf
Jede Heizungsanlage muss den Wärmeverlust eines Gebäudes ausgleichen. Wie hoch dieser ausfällt, hängt unter anderem von der Dämmung, den Fenstern, der Dachkonstruktion sowie der Gebäudegröße ab. Eine gut gedämmte Außenhülle verringert die Wärmeverluste eines Hauses. Dadurch fällt auch die erforderliche Heizleistung geringer aus.
Aus diesem Grund lässt sich die Frage, ob sich eine Wärmepumpe lohnt, nicht pauschal beantworten. Zwei äußerlich ähnliche Häuser können sich hinsichtlich ihres Energieverbrauchs deutlich unterscheiden. Bereits erneuerte Fenster oder eine gedämmte Fassade verringern die Wärmeverluste eines Gebäudes.
Ein Reihenhaus aus den 1990er-Jahren stellt häufig andere Anforderungen als ein unsanierter Altbau aus den 1950er-Jahren. Unterschiede bei Dämmung, Fenstern und Heizflächen wirken sich unmittelbar auf den Wärmebedarf aus.
Welche Bedeutung Vorlauftemperaturen und Heizflächen haben
Wärmepumpen arbeiten besonders günstig, wenn das Heizsystem keine hohen Wassertemperaturen benötigt. Gemeint ist damit die Vorlauftemperatur – also die Temperatur des Heizwassers, das zu den Heizkörpern oder zur Fußbodenheizung gelangt.
Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen kommen häufig mit deutlich niedrigeren Temperaturen aus als ältere Heizkörper. Das bedeutet allerdings nicht, dass klassische Heizkörper grundsätzlich ungeeignet sind. Entscheidend sind Größe, Auslegung und tatsächlicher Wärmebedarf der einzelnen Räume.
Abweichende Voraussetzungen im Neubau und Bestand
Neue Wohngebäude werden heute meist mit einem vergleichsweise geringen Heizwärmebedarf geplant. Moderne Wohngebäude besitzen häufig eine gut gedämmte Gebäudehülle und Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen.
Bei Bestandsgebäuden hängt die Eignung einer Wärmepumpe stark vom Zustand der Dämmung, den Fenstern und dem vorhandenen Heizsystem ab. Manche Häuser wurden bereits teilweise modernisiert und besitzen neue Fenster oder eine gedämmte Fassade. Andere Gebäude verfügen noch über den ursprünglichen energetischen Zustand.
Deshalb entscheidet nicht das Baujahr allein über die Eignung. Dämmung, Heizflächen und Wärmebedarf gehören zur technischen Bewertung eines Gebäudes. Dadurch kann sich auch ein älteres Gebäude für eine Wärmepumpe eignen, während einzelne Neubauten aufgrund besonderer Nutzungsanforderungen andere Optionen benötigen.
Anschaffungskosten und laufende Ausgaben getrennt bewerten
Die Investitionskosten einer Wärmepumpe liegen häufig über denen klassischer Gasheizungen. Neben der eigentlichen Pumpe entstehen weitere Kosten für Installation, hydraulischen Abgleich, Regelungstechnik oder gegebenenfalls Anpassungen am Heizsystem.
Die laufenden Betriebskosten einer Wärmepumpe hängen vor allem vom Stromverbrauch ab. Dieser wird durch die Jahresarbeitszahl der Anlage und die Eigenschaften des Gebäudes beeinflusst. Sinkt der Heizbedarf durch eine bessere Dämmung oder geeignete Heizflächen, reduziert sich in der Regel auch der Stromverbrauch.
Auch bei der Wartung gibt es Unterschiede zu anderen Heizsystemen, da bei einer Wärmepumpe beispielsweise keine regelmäßigen Schornsteinfegerarbeiten für eine Feuerstätte anfallen. Trotzdem bleiben die Kontrolle technischer Komponenten und Funktionsprüfungen Teil des Anlagenbetriebs.
Nicht jede Modernisierung betrifft die gesamte Heizungsanlage
Häufig wird angenommen, dass vor dem Einbau einer Wärmepumpe eine vollständige energetische Sanierung erforderlich sei. Diese Annahme trifft jedoch nicht auf jedes Gebäude zu.
Teilweise reichen bereits einzelne Maßnahmen aus, um den Wärmebedarf zu senken oder die Heizflächen besser an die niedrigeren Vorlauftemperaturen anzupassen. Dazu zählen beispielsweise größere Heizkörper, eine Verbesserung der Dämmung einzelner Bauteile oder ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems.
Förderungen für Wärmepumpen können die Anschaffungskosten reduzieren
Für den Einbau einer Wärmepumpe stehen staatliche Förderprogramme zur Verfügung. Je nach Programm können Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite genutzt werden, um die Investitionskosten zu senken. Die Höhe der Förderung hängt unter anderem vom jeweiligen Programm, dem Gebäudetyp und den geplanten Maßnahmen ab.
Gefördert werden können beispielsweise die Kosten für die Wärmepumpe selbst sowie weitere Maßnahmen, die mit dem Einbau verbunden sind. Welche Förderungen infrage kommen und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, hängt vom jeweiligen Programm ab.
Die Auslegung richtet sich nach dem Gebäude
Eine Wärmepumpe wird nicht allein nach der Wohnfläche ausgewählt, sondern anhand der Heizlast des Gebäudes dimensioniert. Die Heizlast beschreibt, welche Wärmemenge unter ungünstigen Witterungsbedingungen erforderlich ist, um die gewünschte Raumtemperatur aufrechtzuerhalten.
Ebenso fließen Informationen über die vorhandenen Heizflächen, den Dämmstandard und die Warmwasserbereitung in die Planung ein. Erst diese Angaben ermöglichen eine Dimensionierung der Anlage entsprechend dem tatsächlichen Wärmebedarf.
Bei Bestandsgebäuden gehört außerdem die Prüfung möglicher Anpassungen am Heizsystem zur Planung.
Die Wirtschaftlichkeit entwickelt sich über viele Jahre
Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, zeigt sich nicht innerhalb weniger Heizperioden. Anschaffungskosten fallen einmalig an, während Energie- und Wartungskosten über viele Jahre hinweg entstehen. Deshalb wird die Wirtschaftlichkeit üblicherweise über einen längeren Zeitraum betrachtet.
Neben dem Gebäude beeinflussen auch äußere Faktoren das Ergebnis. Veränderungen bei Strompreisen, anderen Energieträgern oder staatlichen Förderbedingungen können die Gesamtkosten im Laufe der Nutzung verändern.
Fazit
Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, lässt sich nur anhand der technischen Eigenschaften eines Gebäudes beantworten. Neubauten bringen häufig bereits günstige Voraussetzungen mit, während Bestandsgebäude eine genauere Prüfung erfordern. Entscheidend sind unter anderem Wärmebedarf, Vorlauftemperaturen, Heizflächen und der energetische Zustand des Hauses. Eine Bewertung berücksichtigt neben Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten auch die baulichen Eigenschaften des Gebäudes.

